Rasse

Der Labrador-Retriever

Hier gibt es eine klare Aufteilung auf zwei Zuchtlinien, die sogenannten Showlinie und die sogenannten Arbeitslinie. Als Züchter habe ich es mir zum Ziel gesetzt, den früher bereits vorhandenen sog. Dual Purpose Typ zu züchten, d.h. einen Labrador der einerseits hervorragende Arbeitsleistungen erbringen kann und andererseits große Erfolge im Bereich Show verzeichnet. Dies ist kein einfaches - aber nicht unmögliches Unterfangen.  Grundlegend sind hier die ideale Auswahl verschiedener Blutlinien und Charaktäre.

In der häufig gezüchteten "Show-Linie" ist der Labrador ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund mit breitem Kopf und deutlichem Stop.

Die Erscheinung eines Labrador aus einer Arbeitslinie weicht von der eines aus Showlinien gezüchteten Labrador erheblich ab: Er ist leichter gebaut, hat weniger Brusttiefe ist meist im Rücken länger und besitzt einen schmaleren Kopf mit oft langem Fang und wenig Stop.

Ein universal-rassetypisches Merkmal stellt die "Otterrute" dar:
sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt. Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für beide Linien dieser Rasse ein typisches Erscheinungsbild: kurz, dicht, hart, nicht wellig, mit guter Unterwolle.

Der Labrador wird derzeit hauptsächlich in Farben schwarz, gelb und braun gezüchtet - weitere Farben sind: charcoal, silber und rotbraun. In einem Wurf können verschiedene Farben vorkommen.

Das Wesen

Der Labrador ist ein aktiver und arbeitsfreudiger Hund.
Er liebt Menschen, besonders Kinder. Untypisch sind ein ausgeprägter Wach- und Schutztrieb sowie Schärfe. Der Labrador möchte seinem Besitzer gefallen. Die Engländer nennen diese Eigenschaft "will to please". Diese Eigenschaft zeichnet einen Labrador aus und ist in der Regel mit seinem sensiblen Wesen verbunden.

Die Ausbildung

Seine vielgepriesene Leichtführigkeit bedeutet nicht, dass er sich von selbst erzieht.
Der Tatsache, dass der Labrador zu einem großen kräftigen Hund heranwächst, sollte man von Anfang an Rechnung tragen. Er ist psychisch belastbar, benötigt aber keine harte, sondern eine kontinuierliche und sensitive Ausbildung. Unterstützung hierzu findet man auf den zahlreichen Übungsplätzen und selbstverständlich bei Ihrem Züchter.

Die Rasse-Geschichte

Die Vorfahren des heutigen Labradors hatten ihren Ursprung nicht - wie vom Namen her vermutet werden könnte - auf der gleichnamigen Halbinsel Kanadas, sondern in Neufundland. Es wird angenommen, dass der St.-John´s-Hund sein Urahn ist. Die ersten wirklich gezielten Zuchtversuche mit Nachkommen dieser St.-John´s-Hunde fanden in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts in England und Schottland statt. Um 1899 soll in einem schwarzen Wurf erstmals ein gelber Welpe geworfen worden sein. Gelbe Welpen galten zunächst als untypisch und wurden meist getötet. In späteren Jahren fand sowohl der gelbe als auch der braune (chocolat) Labrador seine Liebhaber. In Deutschland wurde 1966 der erste Labradorwurf beim VDH eingetragen.

Zuchtziele - Gesundheit

Zuchtziel sollte immer ein gesunder, wesenssicherer und leistungsfähiger Hund sein.
Der Labrador ist in der Regel ein gesunder Hund. Wie aber bei den meisten Hunderassen gibt es auch bei ihm Erbkrankheiten. Man findet erbliche Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Osteochondrosis (OCD). Auch erbliche Augenkrankheiten wie die Progessive Retina Atrophie (PRA) oder der Hereditäre Catarakt (HC) können vorkommen.

Verwendung

Der Labrador ist von Haus aus ein Jagd- bzw. Apportierhund.
In England wird er vorwiegend für Arbeiten nach dem Schuss, v. a. auf Flugwild, eingesetzt. Der deutsche Jäger hat für ihn häufig vielfältigere Einsatzbereiche:
Er wird also z. B. auch für die Schweißarbeit bei den häufig anfallenen Totsuchen auf Schalenwild eingesetzt - oder aber zum Buschieren. Dies ist eigentlich eine typische Arbeit vor dem Schuss, die in England eher von Spaniels erledigt würde. Als Jagdhund zeichnen den Labrador vor allem seine enorme Wasserfreudigkeit, seine Führigkeit, seine gute Nase, seine Ausdauer und sein ausgeprägter Apportiertrieb aus. So zeigt er sehr gute Leistungen als Blindenführhund. Auch als Rettungshund bei Katastrophen wie Erdbeben,
als Lawinensuchhund und nicht zuletzt als Spürhund bei Polizei und Zoll findet er Verwendung. Obwohl als "Gebrauchshund" gezüchtet, führt heute ein großer Teil der Labradore das Leben eines reinen Familienhundes. Tatsächlich besitzt er viele Eigenschaften, die ihn hierfür geradezu prädestinieren. Trotzdem sollten Labradorbesitzer niemals vergessen, dass ihr Hund für ein aktives Leben voller Aufgaben gezüchtet worden ist. Derjenige, der all dieses nicht möchte, trotzdem aber einen Labrador kauft, sollte seinem Hund wenigstens während des täglichen Spazierganges einige, möglichst wechselnde Apportieraufgaben stellen.

Ein Labrador, der sein Dasein ausschließlich im Vorgarten fristet oder nur zu Prestige- oder Dekorationszwecken angeschafft wurde, ist ein trauriger Labrador - und eben ein armer Hund...

Anforderungen an den zukünftigen Labradorbesitzer

Der Labrador eignet sich für aktive Menschen die weite Spaziergänge bei jeglichem Wetter nicht scheuen, die den Labrador als richtiges Familienmitglied ansehen und bereit sind, die Zeit und Mühe zu investieren, die notwendig ist, um ihm ein rassegerechtes Leben zu ermöglichen. Nur dann kann er all seine guten Eigenschaften zeigen.
Er eignet sich keinesfalls für ausschließliche Zwingerhaltung ohne jegliche Ansprache. Natürlich kann er auch mal ein paar Stunden alleine bleiben. Am liebsten möchte er jedoch
mit seinen Bezugspersonen zusammen sein. Als Welpe und Junghund sollte der Labrador wenig Treppen steigen müssen. Er gehört zu den Hunden, die schnell wachsen und ein Gewicht erlangen, das sich bei zusätzlichen Belastungen schädigend auf die noch nicht ausgereifte Knochen auswirkt.

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Kontakt

Labradorzucht von Gutenthal
Achim T. Lehmann
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